Die Psychosoziale Behandlung

Sie betont die geistig-seelische Selbstfindung des Menschen und die damit verknüpfte soziale Kompetenz.

Es lassen sich sechs wissenschaftlich belegte Therapierichtungen unterscheiden, die viele sich berührende und überlappende Bereiche zeigen. Denn Therapie wirkt entsprechend folgendem Grundsatz:

Es gibt kein Verhalten ohne Sprache, keine Sprache ohne Beziehung, keine Beziehung ohne Beeinflussung, keine Beeinflussung ohne Dialog, kein Dialog ohne Gefühle, keine Gefühle ohne geistige und seelische Abläufe – und umgekehrt.

Es gibt somit für die G I P keine isolierten Behandlungsformen. Alle Therapien und Cotherapien werden interdisziplinär integriert.

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Auch aus Steinen,
die einem in den Weg gelegt werden,
kann man Schönes bauen.
(Johann Wolfgang von Goethe)

  • Die psychosoziale Akutbehandlung in der G I P integriert die Bereiche Psychosomatik, Psychiatrie, Psychotherapie und Sozialmedizin.
  • Psychosoziale Akutbehandlung und Suchttherapie in der GIP-Praxisklinik
    Sie besteht aus der Akutbehandlung psychischer Störungen und einer Suchttherapie. Dazu gehören Diagnostik, tgl. Visiten, Psychotherapie, Verhaltensmedizin, Medikation, Psychoedukation, Familientherapie, Bewegungs-, Entspannungs- und Körpertherapie.
    www.praxis-burrer.de
  • Die psychosoziale Akutbehandlung in der Akut- und Tagesklinik Privatinum
    Sie besteht aus der stationären Akutbehandlung aller psychischen und psychosomatischen
    Störungen und komorbider Suchterkrankungen. www.akutklinik-baddürrheim.de
    Dazu gehören Diagnostik, tgl. Visiten, Medikation, Psychotherapie, Verhaltensmedizin, Familien-, Gestaltungs-, Bewegungs-, Entspannungs- und Körpertherapie.
  • Konsiliarärztliche Behandlungen werden während der Therapie ermöglicht.
  • Maximale Diskretion und Anonymität besteht durch Aliasnamen

Inhalte dieser sind u.a. eine Analyse der Störung auf der  körperlichen, erkenntnisorientierten und emotionalen Ebene. Danach erfolgt die Integration der Behandlung und die damit einhergehende Expositionstherapie Behandlungsformen der Verhaltensmedizin sind die kognitive Verhaltenstherapie, hypnoide Verfahren und Entspannungstherapien.

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Zwischen Menschen (interaktiv) entstehen ständige Missverständnisse, die Stress bewirken. Besonders ausgeprägt ist dieser, wenn jene krank oder „gekränkt“ sind. Stress kann nur dann gemindert werden, wenn Missverständnisse ausgeräumt werden. Es geht zusammengefasst um den Dialog in der Therapie. Interaktive Therapien sind u.a. das Gespräch, die Gruppenarbeit, Paar-, Familien- und Sozialtherapien, die emotional entlasten und damit körperlichen und seelischen Stress abbauen, bzw. das Ich stärken. https://www.privatinum.de/therapie/.

Sie betonen den emotionalen Beziehungsaspekt und die damit einhergehende Selbstfindung. Beziehungsorientierte Behandlungen wie tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Psychotherapien gehen davon aus, dass durch Interaktion menschliches Erleben dual, gruppenorientiert, sozial oder umweltbedingt inszeniert werden kann. Durch die damit verknüpfte Emotionalisierung wird ermöglicht, dass frühere Beziehungs- und Wahrnehmungsstörungen reinszeniert, bearbeitet und korrigiert werden können.

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Neben der körperlichen und seelischen Dimension gibt es, wie Karl Popper es beschreibt, eine dritte, die geistige Dimension. Er formuliert, dass Erkennen und Denken immer von geistigen Annahmen geprägt sind, die sich im Glauben eines Menschen, in seinen Überzeugungen, in sozialen Strukturen, Regeln, Gebräuchen, Gesetzen und Ritualen wiederfinden. Selbst die Wissenschaft ist, wie Popper es vermittelt, von Annahmen und Theorien geprägt, die zunächst einen Glaubensansatz beinhalten.

In den Therapien geht es deshalb darum, die Existenz des Menschen und sein Tun grundsätzlich als gegeben anzunehmen, d.h. nicht zu interpretieren, sondern in seiner Sinnhaftigkeit zu erfassen, zu verstehen und zu reflektieren.

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Diese beinhalten die Integration unserer ökologischen, körperlichen, sozialen und seelischen Systeme und nutzen deshalb auch oben genannte Therapien. Prinzipiell geht es aber um Hilfe zur Selbstorganisation und das damit einhergehende „Management“ eigener Bedürfnisse und sozialer Anforderungen. Behandlungsverfahren sind die systemische, Sozial-, Paar-, Familie- und/ oder Kommunikationstherapie.

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„Stärken stärken, damit Schwächen schwächer werden!“

Sehr häufig führen schwere Lebenskrisen dazu, dass die Betroffenen sich hilflos und ohnmächtig fühlen. Die Toleranz für Stress ist dabei oft in hohem Maße reduziert und die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen gemindert.

Eine somatische und psychosoziale Behandlung setzt genau hier an, indem sie nach ausreichender Würdigung der belastenden Ereignisse mit der Patientin oder dem Patienten nach Möglichkeiten sucht, die bei zurückliegenden Ereignissen Kräfte mobilisiert haben.

Neueste Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Neuropsychologie, die die Bedeutung von Resilienz für die psychosoziale Stabilität hervorheben, werden im Penta-Institut VS umgesetzt.

Resilienz meint die spezifische Eigenschaft, die einem Menschen hilft, somatische und psychische  Traumatisierungen zu überstehen und zu verarbeiten. Bei sich diese Möglichkeit zu entdecken und zu stärken, führt dazu, dass Belastungen angenommen, erfasst und Lösungen erarbeitet werden, sie zu bewältigen.

Auch trägt man bei der Resilienzentwicklung Ergebnissen der Psychotherapieforschung Rechnung, wonach die therapeutische Beziehung der wichtigste Faktor in der Psychotherapie für das Gelingen einer Behandlung ist. Die von Respekt und Akzeptanz geprägte Haltung eines Behandlungsteams schafft den Schutzraum, der es der Patientin oder dem Patienten ermöglicht, neue Hoffnung zu schöpfen und Ressourcen zu aktivieren. Somatische und psychosoziale Ansätze kommen diesen Fähigkeiten entsprechend zum Einsatz.

Zur Resilienzentwicklung gehören z. B. die Resilienztherapie, die Verhaltenstherapie, die Kybernetik , die Entspannungstherapie, die Edukative Therapie die Prävention und die Früherkennung 

Nicht selten verbergen sich hinter depressiven Beschwerden, Süchten, Angst- und Zwangserkrankungen Biographien, die von erheblich leidvollen Belastungen geprägt sind. Nicht nur sexuelle und körperliche Gewalt, sondern auch seelische Misshandlung oder emotionale Vernachlässigung können sich traumatisierend auf die Betroffenen auswirken, die dem ausgesetzt sind. Patientinnen und Patienten mit Traumafolgestörungen behandeln wir u.a. nach EMDR (F. Shapiro) und dem PITT-Konzept (nach L. Reddemann). Wesentliche Aspekte hierbei sind Ich-stärkende Verfahren und die Arbeit mit verletzten inneren Anteilen. Imaginative Verfahren spielen eine sehr wichtige Rolle. Traumakonfrontationen erfolgen erst, wenn auf diese Weise innere Stabilität gewonnen wurde.

Mehr Informationen zur Traumatherapie >>>

  • Neurologischer & internistischer Entzug in der Klinik der G I P
  • Psychosoziale Akutbehandlung in in der Klinik der G I P
    – bei stoffgebundener und
    – nicht stoffgebundener Dependenz

Indikationen

  • Schlaf-, Beruhigungsmittel-, Schmerzmittel- und Alkoholmissbrauch oder -sucht
    • bei psychosozialer oder psychosomatischer Grunderkrankung
    • Onlinesucht, Spielsucht, Arbeitssucht, Konsumsucht, Essstörung

Die Kliniken

  • Die somatische Akutbehandlung in der G I P integriert die
    Neurologie und Innere Medizin
    Sie besteht aus Diagnostik, neurologischer Medikation mit evtl. Schmerztherapie,
    internistischer Medikation, Substitution (z. B. Vitamine oder Hormone) und Visiten.
  • Somatischer Entzug in der GIP-Praxisklinik Bad Dürrheim und angeschlossenem Hotel durch Internisten und Neurologen multimodal und multiprofessionell
  • Somatischer stationärer Entzug im Privatinum, Akut-und Tagesklinik
    [Krankenhausbehandlung] oder im Sigma-Zentrum Bad Säckingen der ZFA GmbH
    internistisch, nervenärztlich und psychotherapeutisch
  • Die psychosoziale Akutbehandlung in der G I P integriert die Fachbereiche Psychosomatik, Psychiatrie, Psychotherapie und Sozialmedizin.
  • Psychosoziale Akutbehandlung und Entwöhnung in der GIP-Praxisklinik
    erfolgen gleichzeitig. Sie besteht aus der Entwöhnung und der Akutbehandlung psychischer Störungen und aus den sich damit ergebender Dependenzerkrankungen (Suchterkrankungen)
    Dazu gehören Diagnostik, tgl. Visiten, Psychotherapie, Verhaltensmedizin, Medikation, Psychoedukation, Familientherapie, Bewegungs-, Entspannungs- und Körpertherapie.
  • Die psychosoziale Akutbehandlung in der Akut- und Tagesklinik Privatinum
    Sie besteht aus der stationären Akutbehandlung der psychischen Störungen und aus den
    sich daraus ergebender Dependenzerkrankungen (Suchterkrankungen)
    Dazu gehören Diagnostik, tgl. Visiten, Psychotherapie, Verhaltensmedizin, Medikation, Familien-, Gestaltungs-, Bewegungs-, Entspannungs- und Körpertherapie.
  • Konsiliarärztliche Behandlungen werden während der Therapie ermöglicht.
  • Maximale Diskretion und Anonymität besteht durch Aliasnamen.

Therapie stoffgebundener Dependenz

In den allermeisten Fällen bedarf es professioneller Hilfe, um von Pillen, Tropfen oder Alkohol loszukommen. Im stationären und ambulanten Entzug werden Abhängige betreut und überwacht. Oft ist eine anschließende Verhaltens- und Psychotherapie und Verhaltenstherapie der Grunderkrankung sinnvoll, auch mit Hilfe einer antidepressiven oder anderen Medikation.

Schlaf- und Beruhigungsmittel: Wenn es ein stabiles Umfeld besteht, keine weitere Abhängigkeit (z. B. von Alkohol) und die psychische Grunderkrankung mitbehandelt wird, ist die Prognose gut. Nötig sind erfahrene ÄrztInnen. Der Patient braucht natürlich Ausdauer und Geduld.
Schmerzmittel: Die Behandlung ist bei leichteren Schmerzen aussichtsreich. Ein Versuch ist aussichtsreicher, wenn Schmerzmittel mit nur einem Wirkstoff verwendet wurden, die Betroffenen ein stabiles Umfeld haben und psychische Erkrankungen medikamentös und psychotherapeutisch mitbehandelt werden. Ein Neurologe bzw. Schmerztherapeut kann den Entzug durchführen. Er dauert mindestens zehn Tage (bei frei verkäuflichen Mitteln) bis hin zu mehreren Wochen. Bei hochfrequentem und multimodalem Setting ist die Erfolgswahrscheinlichkeit in der Praxisklinik sehr gut.

Schlaf- und Beruhigungsmittel: Er dauert etwa drei bis sechs Wochen. In der
Regel findet die Behandlung an 5 bis 7 Tagen in der Woche statt.

Schmerzmittel: Die Behandlung dauert in der Regel acht bis zwölf Tage.
Die Behandlung hat den Vorteil, dass Entzugs- und Begleiterscheinungen durch
entsprechende Therapien effektiv abgefangen werden können. Außerdem kann der Patient gleichzeitig bezüglich seiner Schmerzkrankheit optimal eingestellt werden – sowohl verhaltensmedizinisch als auch medikamentös. Zudem ist die Entlastung vom beruflichen und familiären Umfeld bei seelischen Begleiterkrankungen für den nachhaltigen Erfolg wesentlich.

Alkohol: Die Behandlung dauert in der Regel 28 Tage. Die Behandlung hat den
Vorteil, dass Entzugs- und Begleiterscheinungen durch entsprechende Therapien
effektiv abgefangen werden können. Außerdem kann der/die KlientIn gleichzeitig
bezüglich einer Begleiterkrankung oder -Symptomatik optimal eingestellt werden – sowohl verhaltensmedizinisch als auch medikamentös. Zudem ist die Entlastung vom beruflichen und familiären Umfeld für den nachhaltigen Erfolg wesentlich.

Alkohol: Der körperliche Entzug in einer Akutklinik – Krankenhausbehandlung –
erfolgt in der Akut- und Tagesklinik Privatinum der G I P. Sie kann auch in dem
Krankenhaus Sigma-Zentrum Bad Säckingen der ZFA erfolgen, in der Prof. Dr. Dr.
h.c. E.W. Burrer und Dr. Achim Burrer Miteigner sind.

Schlaf- bzw. Beruhigungsmittelentzug: Der Konsum wird in der Regel schrittweise reduziert. Das passiert entweder mit dem bisherigen Mittel oder wir stellen auf ein anderes Präparat aus dieser Substanzgruppe um, das eine günstigere Wirkdauer hat und genauere Dosiermöglichkeiten für kleine Reduktionsschritte bietet. Selten werden die Medikamente schlagartig abgesetzt. Insbesondere dann wird ein Mittel gegeben, das vor epileptischen Anfällen schützt, die bei einem plötzlichen Ausbleiben des Wirkstoffes auftreten können. Auch bei der langsamen Reduktion werden solche Medikamente häufig verabreicht. Denn sie wirken zudem gegen Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit. Bei Stimmungsschwankungen, Unruhe und Schlafstörungen bewähren sich Antidepressiva, als ergänzende Maßnahmen unter anderem Entspannungsverfahren und Verhaltenstherapie.

Schmerzmittelentzug: Das Medikament wird – etwa wenn es Kopfschmerz auslöst – nicht ausgeschlichen, sondern unmittelbar abgesetzt. Durch andere Mittel, auch über eine Infusionstherapie, lassen sich Entzugserscheinungen abfangen, etwa Übelkeit, Erbrechen oder erneuter, durch die Umstellung bedingter Kopfschmerz.

Alkoholentzug: Durch Medikamente, auch über eine Infusionstherapie, lassen sich Entzugserscheinungen abfangen, etwa Herzrhythmusstörungen, Hypertonie oder Erbrechen

Fachärztliche und psychotherapeutische Behandlung
Manche Patienten benötigen im Anschluss an den eigentlichen Entzug eine
antidepressive Medikation oder/ und eine psychotherapeutische Behandlung. Oft
leiden sie unter einer Depression oder einer Angststörung. Häufig war auch eine
psychosomatische Erkrankung der Auslöser für die Dependenz. Durch die folgende Behandlung kann dann die Grunderkrankung angegangen werden.

Für die ambulante Nachsorge sollten Sie darauf achten, dass der Arzt Erfahrung in der Behandlung Abhängiger hat. Die Kosten für psychotherapeutische, -somatische oder psychiatrische Behandlungen werden von ihrer Krankenkasse bei einem Facharzt übernommen.

Nach dem Schmerzmittelentzug: Eine psychotherapeutische Nachbetreuung ist erforderlich, wenn der Umgang mit chronischen Schmerzen erlernt werden muss oder soziale Schmerzauslöser bekannt sind – wie hohe Arbeitsbelastung oder Beziehungsprobleme. In jedem Fall sollte der Patient etwa ein Jahr lang von einem Arzt oder einem Psychologen begleitet werden.

Nach dem Alkoholentzug: Eine psychotherapeutische , eine psychosomatische oder eine psychiatrische Nachbetreuung ist erforderlich, wenn suchtspezifische Auslöser wie Angst, Stress, Stimmungstiefs oder Konflikte bekannt sind. In jedem Fall sollte der Patient etwa ein Jahr lang von einem Arzt begleitet werden. Hilfreich sind auch Selbsthilfegruppen.

Für einen qualifizierten Alkoholentzug ist es nie zu spät. Er kann im Anfangsstadium der Krankheit ebenso durchgeführt werden wie bei einer langjährigen Abhängigkeit. Dennoch gilt, je früher Sie entziehen, desto besser ist es für Ihre Gesundheit. Neben den bereits genannten Diagnosekriterien, einem schlechten gesundheitlichen Allgemeinzustand, sozialen Ursachen und der Möglichkeit der Behandlung von Folgeerkrankungen gibt es noch einen ganz entscheidenden Grund, um mit einer spezifischen Therapie zu beginnen. Sie selbst haben das Gefühl, dass es so nicht weitergeht und dass Sie Ihr Leben verändern möchten. Die Grundvoraussetzung für den Erfolg der Therapie ist schließlich Ihre Erkenntnis, dass Sie ein Alkoholproblem haben und professionelle Hilfe benötigen. Dann ist die Abstinenzmotivation in der Regel groß genug, um den körperlichen Entzug und die psychische Entwöhnung erfolgreich durchzuhalten.

Wie läuft eine Therapie genau ab?

Welche Arten des Alkoholentzugs gibt es?

  • Kalter Alkoholentzug
  • warmer Alkoholentzug
  • schrittweiser Entzug.
  • Der ausschließlich körperliche Alkoholentzug.


Damit die durch die Entzugstherapie erreichte Karenz nachhaltig stabil bleibt, sollten unbedingt nach einer körperlichen Entgiftung eine psychotherapeutische oder eine fachärztliche Behandlung der Grundstörung oder Erkrankung erfolgen.

Kalter Entzug: Häufig versuchen Menschen, einfach mit dem Trinken aufzuhören und zu Hause einen sogenannten „kalten Entzug“ durchzuführen. Der Weg zu einer Suchtberatungsstelle oder in eine Klinik ist mit Scham und Angst verbunden und außerdem müsste es mit ein bisschen Disziplin doch gelingen, mit dem Trinken aufzuhören. Häufig sind ebenfalls die Angehörigen dieser Meinung und verharmlosen die Erkrankung. Und genau dies ist ein Fehler. Schließlich gilt die alkoholbedingte Dependenz seit 1968 als Krankheit und erfordert, wie andere Erkrankungen auch, eine individuelle fachärztliche und akute Psychotherapie der Ursachen. Das Suchtverlangen ohne fachärztliche und psychotherapeutische Behandlung zu beseitigen, ist nicht möglich. Der Entzug ist sehr schwierig und zum Teil schmerzhaft, des Weiteren auch mit einem Risiko verbunden. Entzugssymptome sind u.a. starkes Schwitzen, Zittern (vor allem der Hände), Übelkeit, Schlafstörungen, Nervosität, zwanghafter Alkoholkonsum, Gereiztheit und Depression. Bei schweren Verläufen können Krampfanfälle mit Zungenbiss und Halluzinationen bis zum Delirium tremens auftreten. Aufgrund seiner Gefährlichkeit ist ein kalter Entzug daher niemals zu empfehlen. Der Alkoholholentzug sollte immer mit täglicher ärztlicher Begleitung erfolgen, wie dies in einer Klinik oder Praxisklinik der Fall ist.

Warmer Entzug: Ein warmer Entzug findet meist in einer Suchtklinik nach den aktuellen S3-Leitlinien der Alkoholtherapie statt, in der erfahrene Fachärzte und Psychotherapeuten dem Patienten zur Seite stehen. Die Entgiftung wird zur Linderung der Entzugserscheinungen medikamentös unterstützt und zugleich  psychologisch und pflegerisch begleitet. Bei uns wird die Entzugstherapie mit Distraneurin Kapseln durchgeführt, die ambulant nicht gegeben werden. Alternativ kann mit einem Benzodiazepin wie Valium gearbeitet werden. Ebenfalls verabreicht wird z. B. Carbamazepin zur Anfallsprophylaxe. Der Kreislauf und die sonstigen körperlichen Bereiche der erkrankten Person werden während der Entgiftung engmaschig kontrolliert. Entgleisungen des Blutdrucks werden medikamentös behandelt. Das Risiko eines Delirium tremens wird dadurch extrem verringert. Komplikationen werden durch eine entsprechende Behandlungen vermieden.

Schrittweiser Entzug: Während des schrittweisen Entzugs wird versucht, kontrolliert zu trinken und den Konsum von Alkohol mittels eines Trinktagebuchs nach und nach zu reduzieren. Aus suchtmedizinischer Sicht ist dieser Ansatz nicht optimal, wenn der Kontrollverlust zu den Kriterien des Trinkens gehört. Der Ansatz ist zum Teil möglich, wenn Personen einen riskanten Konsum pflegen, aber noch nicht abhängig sind. Bei einem Abhängigen sollte die bekannte Regel gelten, dass er niemals mehr trinkt.

Fazit:

Durch das Entzugssyndrom gibt es keinen leichten Entzug. Schließlich leiden alle Personen in den ersten Tagen des Entzugs mehr oder weniger an körperlichen und seelischen Entzugserscheinungen. Deshalb ist für die meisten ein medikamentös gestützter Entzug mit täglicher Kontrolle wie in einer Klinik oder Praxisklinik am angenehmsten und effizient.

Ambulanter Entzug oder stationärer Alkoholentzug?

Eine stationäre oder teilstationäre Behandlung ist dem niederfrequenten ambulanten Entzug vorzuziehen. Zum einen ist der Kranke unter ärztlicher Aufsicht und kann ggf. sofort behandelt werden. Zum anderen kann er sich bei der Distanz zum häuslichen Umfeld in einer Klinik auf die Behandlung fokussieren und ist nicht seinen üblichen Sucht-Triggern ausgesetzt. Ein ambulanter Entzug ist möglich, wenn eine schwere Entzugssymptomatik nicht erfolgt und die betroffene Person ein stabiles Umfeld hat. Leider ist nicht immer vorauszusehen, ob sich Komplikationen entwickeln, so dass eine  eine stationäre Kontrolle zu empfehlen ist.

Sie benötigen Unterstützung?  Hier kommen Sie zum Kontakt.

Ist ein Alkoholentzug teilstationär sinnvoll?   Ein Entzug kann in einer Tagesklinik stattfinden. Hier spricht man von einem teilstationären Angebot, da der Patient abends bei uns im Hotel oder zuhause ist. Ist der Kranke körperlich stabil, so dass mit geringen Entzugserscheinungen zu rechnen ist, kann der Entzug in einer Tagesklinik mit sehr wirkungsvollen Medikamenten durchgeführt werden. Sollte es zu Komplikationen kommen, wird eine  vollstationäre Behandlung  eingeleitet.

Alkoholentzug zuhause?

 

Der Weg aus der Abhängigkeit erfolgt in mehreren Schritten bzw. Phasen. Je nach Persönlichkeit differieren diese. Wichtig ist die Erkenntnis des Problems, das Ziel, vom Trinken loszukommen, die konkrete Handlung dabei und die Stabilisierung der Alkohol-Abstinenz. Der gesamte Prozess wird vielfach durch Rückfälle unterbrochen, die den Abhängigen jedoch nicht entmutigen dürfen.

Motivationsphase:  Die Einsicht der Abhängigkeit und die Suche nach Hilfe sind die ersten Schritte zu Karenz. Wer selbst Suchtanzeichen bemerkt, kann eine mögliche Alkoholabhängigkeit durch einen Besuch beim Arzt oder einer Suchtberatungsstelle feststellen lassen. Dort wird nach  Trinkverhalten gefragt, beim Arzt erfolgen eine körperliche- und eine Labordiagnostik (z. B. Gamma-GT, MCV, CDT) oder eine kurze Psychodiagnostik (Audit, Audit- C). Sodann werden entsprechende Empfehlungen mitgeteilt.
Aus unserer Erfahrung heraus entscheiden sich viele erst nach einem inneren und langem Prozess zu einer Therapie.

Stationäre Entgiftungsphase: Die Dauer der Alkoholentgiftung richtet sich nach individuellen Voraussetzungen, die im Rahmen einer umfangreichen Untersuchung ermittelt werden. Die Diagnostik umfasst u. a. den Bereich der Inneren Medizin, diverse Funktionstests, Labordiagnostik und EKG- Untersuchungen.

Während der Alkoholentgiftung wird der Gesundheitszustand des Patienten von Ärzten engmaschig kontrolliert, so dass bei eventuellen Komplikationen oder Entzugserscheinungen sofort eingegriffen werden kann. Dabei wird die Schwere der Entzugssymptome und der daraus resultierende Behandlungsbedarf nach der Alkohol-Entzugs-Skala (AES) beurteilt. Um die Entzugserscheinungen zu lindern, wird die Entzugsphase durch Medikamente unterstützt.
Direkt an die Entgiftung schließt sich eine weiterführende Psychotherapie an, damit der Kranke aufgrund seiner nach wie vor bestehenden psychischen Probleme nicht rückfällig wird.

Entwöhnungsphase: Der 2. Schritt des Alkoholentzugs ist die Alkoholentwöhnung.  In dieser Phase ist die körperliche Abhängigkeit überwunden, eine seelische Abhängigkeit vom Suchtmittel besteht jedoch weiterhin, da Antriebsstörungen und Ängste das subjektive Wohlbefinden sehr hemmen. In der Regel beginnt nun die  Entwöhnungsphase, welche meist 3 bis 4 Monate dauert. Der Klient lernt im Rahmen der Psychotherapie, wie er in „sein Leben“ zurückkehren kann, in dem er wieder authentisch ist und sich nicht einem Rollenbild seiner Person unterwirft.

Alternativ zu der gerade beschriebenen Methode wird auch eine Verhaltenstherapie angeboten, die sich direkt an die Alkoholentgiftung anschließt, so dass eine durchgängige multiprofessionelle Behandlung gewährleistet ist. Dabei wird die Tatsache genutzt, dass sich der Kranke durch den bisherigen Aufenthalt geöffnet hat. Rückfälle in der Wartezeit, in der sich der therapeutische Widerstand des Patienten  möglicherweise wieder erhöht, werden auf diese Weise vermieden. Die Möglichkeit, nahtlos bei demselben Therapeuten weiterarbeiten zu können, fördert im Rahmen einer Psychotherapie im Einzelgespräch eine stärkere Auseinandersetzung mit den seelischen Ursachen der Erkrankung. Nach einer Erarbeitung der innerseelischen Konflikte werden Ansätze der der Bewältigung erarbeitet.

Parallel dazu werden in einer psychoedukativ gestalteten Rückfallprävention auf Rückschläge l vorbereitet. Auch finden auf Patientenwunsch Familien- und/oder Paargespräche statt, in denen einerseits die Kommunikation, andererseits aber auch die Streitkultur gefördert werden. So kann die Umgebung des jetzt  „autonomen Menschen“ die Entwicklung optimal begleiten und helfen. Hat die Familie ursächlich  die Dependenz ausgelöst, ist ein Familien- oder Paartherapie erforderlich.
Sollten bei der Abhängigkeit andere Störungen eine Rolle spielen, z. B. Angst,  Depressionen oder Verhaltensstörungen, sollten diese im Rahmen einer akuten Psychotherapie  ursächlich behandelt werden. Dasselbe gilt für den Konsum anderer psychotroper Substanzen wie Beruhigungsmittel z. B.

Nachsorgephase: Um nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen und einen Rückfall zu erleiden, ist nach einem erfolgreichen Alkoholentzug eine umfangreiche und konsequente ambulante Nachsorge sehr wichtig. Dazu gehört auch die Behandlung psychischer, psychosomatischer und somatischer Komorbiditäten, beispielsweise durch eine ambulante Gesprächstherapie. In dieser können aufkommendes Suchtverlangen, das Zurechtkommen in der sozialen Umgebung und weitere der Abstinenz dienliche Themen bearbeitet werden.

Bei multimorbiden Patienten muss die ärztliche Behandlung psychiatrisch-neurologischer Erkrankungen unbedingt weitergeführt werden. So werden bei Bedarf physikalische Therapien, kombinierte Schmerztherapien, Sport, Bewegung und Entspannungstraining angeboten.

Ein weiterer wichtiger Baustein des Alkoholentzugs sind Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker oder das Blaue Kreuz, in denen die Betroffenen Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig Mut zusprechen und Verständnis erfahren können. Die Teilnehmer sprechen hier völlig offen über das Thema Alkohol und die damit verbundenen Probleme, was innerhalb der Familie oder im Freundeskreis nur selten möglich ist. Häufig entstehen auch intensive soziale Kontakte, welche die erste schwierige Zeit nach dem Alkoholentzug deutlich erleichtern können.

Welche Alkoholentzug-Symptome treten auf?

Menschen, die mit Trinken aufgehört haben, leiden an unterschiedlichsten Symptomen. Obwohl nicht jede/r PatientIn dieselben Beschwerden aufweist, sind einige Symptome typisch für einen Alkoholentzug.

Körperliche Symptome: Starkes und vermehrtes Schwitzen, Zittern (vor allem der Hände), Übelkeit und Kreislaufbeschwerden, Krampfanfälle mit Zungenbiss, Delirium tremens.

Psychische Symptome: Depressionen und Angst, Innere Unruhe und Schlafstörungen, Gereiztheit und Aggressivität, Halluzinationen